Implantation von Intraokularlinsen

Insbesondere bei extremen Fehlsichtigkeiten können, Langzeitstudien zufolge, Methoden der refraktiven Chirurgie schwere Komplikationen auslösen. Daher werden vor allem bei hohen Myopien (ab -8 Dioptrien) und Hyperopien (ab +4 Dioptrien) Intraokularlinsen (IOL) implantiert. Bei der Linsenimplantation selbst wird das Auge zunächst lokal betäubt und aufgeschnitten; bei großen Schnitten ist eventuell auch eine Vollnarkose nötig. Danach wird mit einer stumpfen Nadel eine hauchdünne Kunststofflinse eingesetzt; die Öffnung schließt sich nach dem Eingriff entweder von selbst wieder oder wird vom Chirurgen zugenäht.

Unterschieden wird dabei zwischen Vorderkammerlinsen, die entweder im Kammerwinkel (so genannte "kammerwinkelgestützte Linsen") oder in der Iris (so genannte "Irisklauenlinsen) fixiert werden und Hinterkammerlinsen, die zwischen Iris und natürlicher Augenlinse implantiert werden.

Implantate bieten gegenüber Methoden der Hornhautchirurgie via Laser die Vorteile, dass sie gegebenenfalls wieder entfernt werden können und die Augenoptik in deutlich geringerem Umfang verschlechtern, weil die Hornhaut vom Eingriff komplett unberührt bleibt. Nach klinischen Studien liegt die Erfolgsquote bei der Implantation von Intraokularlinsen zwischen 70 und 90 Prozent. Im Vergleich zur LASIK-Methode verbessert sich zusätzlich das Kontrast- und Dämmerungssehvermögen nach dem Eingriff.

Durch eine Implantation von Intraokularlinsen kann allerdings der Nachteil entstehen, dass der Augendruck steigt, weil kein Kammerwasser mehr durch den Flüssigkeitsspalt zwischen künstlicher und natürlicher Linse fließen kann. Auch kann der Kontakt zwischen künstlicher und natürlicher Linse langfristig zu einer Linsentrübung führen. Bei schlecht zentrierten Intraokularlinsen können zudem Sehfehler auftreten, die eine Positionskorrektur der implantierten Linsen erforderlich machen. In seltenen Fällen kann sich die eingesetzte Linse auch lockern und muss erneut befestigt werden. Speziell bei Vorderkammerlinsen kann es durch den Kontakt von Intraokularlinse und Hornhautendothel (innerste Hornhautschicht) zu Endothelzellverlusten kommen. Die Vorderkammertiefe muss daher bei einer Implantation mindestens 3,0 mm betragen und die Anzahl der Endothelzellen größer als 2000 pro qmm sein.