LASIK

Bei Kurzsichtigkeit wird heutzutage häufig die LASIK-Methode(Laser In Situ Keratomileusis) als Standardverfahren eingesetzt. Es wird alternativ zur PRK (Photorefraktive Keratektomie), zur LASEK (Laser Epithelial Keratomileusis) und zur EPILASEK (Epitheliale in situ Keratomileusis) angewandt und gilt von der DOG (Deutsche Ophtalmologische Gesellschaft) als "wissenschaftlich anerkannt". Die LASIK ist jedoch ein invasiveres Verfahren als die PRK. Mit dieser Methode können maximal Myopien bis zu -10 Dioptrien, Hyperopien bis zu +4 Dioptrien und Astigmatismen bis zu 6 Dioptrien erfolgreich korrigiert werden.

Bei der LASIK-Methode wird eine Hornhautlamelle (so genannte "Flap") an der Hornhautoberfläche hauchdünn (ca. 0,15 mm) mit einem speziellen Schneidegerät, einem so genannten "Mikrokeratom", eingeschnitten und zurückgeklappt. Dazu wird mit einem aufgesetzten Saugring das Auge fixiert. Dadurch erhöht sich der Augeninnendruck während des Einschneidens immens, so dass kurzfristig kein Sehen mehr möglich ist ("Schwarzwerden vor Augen"). Anschließend wird wie bei der PRK das Hornhautstroma mit einem Excimer-Laser abgetragen und die Fehlsichtigkeit behoben. Dabei wird darauf geachtet, dass eine gewisse Restdicke der Hornhaut erhalten bleibt, um eine Vorwölbung der Hornhaut (Keratektasie) zu vermeiden. Abschließend wird die Hornhautlamelle wieder über die freigelegte Stelle gelegt, wo sie sich automatisch, ohne Annähen ansaugt und einheilt.

Alternativ zum Mikrokeratom kann zur Anhebung des Flaps auch ein Femto-Sekundenlaser verwendet werden (so genannte Femto-LASIK). Das Einschneiden mit dem Femto-Sekundenlaser ist insofern ein sichereres Verfahren, als Schnittfehler hiermit kaum mehr vorkommen; er wird aber bislang nur von wenigen Chirurgen eingesetzt.

Auch bei der LASIK-Methode ist die Sehqualität kurz nach dem Eingriff eingeschränkt, allerdings entstehen nach der Operation kaum Schmerzen für den Patienten. Die Erfolgsquote liegt bei einer Myopie-Korrektur zwischen 84 und 95 Prozent, bei einer Hyperopie-Korrektur zwischen 69 und 91 Prozent. Die Heilungsdauer ist im Gegensatz zur PRK mit nur wenigen Tagen sehr viel schneller; zudem treten nach der Operation kaum Schwankungen in der Sehqualität auf. Nachbehandlungen mit dem Laser, die frühestens drei Monate nach dem ersten chirurgischen Eingriff durchgeführt werden können, sind bei etwa 5 bis 10 Prozent der behandelten Patienten notwendig. Insgesamt ist das Risiko, dass sich das Sehvermögen nach der Operation mit der LASIK-Methode zusätzlich verschlechtert, mit nur rund 1 Prozent sehr gering.

Komplikationen, die während der LASIK-Behandlung auftreten können, sind unter anderem Schnittfehler (z. B. zu kleine oder unregelmäßig eingeschnittene Flaps, vollständige Ablösung des Hornhautepithels). Bei modernen Schneidegeräten liegt die Fehlerquote allerdings nur bei etwa 0,5 Prozent. Häufiger kommt es zu einem so genannten trockenen Auge, da die Hornhaut durch den Einschnitt kurzfristig von den Hornhautnerven getrennt wird, und die Hornhaut so nicht mehr ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt wird. Im Normalfall ist dies allerdings kein Dauerzustand, sondern die Benetzung ist spätestens nach einem halben Jahr wieder vollständig vorhanden. In der Zwischenzeit müssen ständig so genannte "Tränenersatzmittel" und / oder spezielle Gele und Salben aufgetragen werden, um die Hornhaut ausreichend mit Flüssigkeit zu benetzen. Auch eine schwankende Sehqualität ist möglich, die aber mit so genannten Tränenwegstöpseln aus Kollagen oder Kunststoff und / oder Augentropfen gut behandelt werden kann. Weitere seltene Nebenwirkungen können sein, dass sich der eingeschnittene Flap in Falten legt oder entzündet, starke Narben entstehen oder sich die Hornhaut nach vorne wölbt.

Nicht angewendet werden kann die LASIK-Methode, wenn die Hornhautdicke weniger als 0,5 mm beträgt, die Dicke des Hornhautstromas unter dem Flap nach der Abtragung weniger als 0,25 mm betragen würde oder ein Keratokonus forme fruste (teilweise kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut) vorhanden ist.